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Dienstag um zehn auf dem Marktplatz tönte es von Schubi herüber als er mit dem Auto mit geöffneter Beifahrerscheibe an mir vorbei fuhr. Ok, also wusste ich das wir 4 Leute waren die am 2. Weihnachtsfeiertag eine kleine Runde fahren wollten und Schubi wie angekündigt nach langer Zeit mal wieder uns seine Aufwartung machen würde.
So fand man sich pünktlich um zehn auf dem Marktplatz ein. Totti und ich kamen gemeinsam an und sahen wie in ca.: 50 Meter Entfernung Ulle sein Rad aus dem Auto hiefte. Schnell begrüßt und den gestrigen Abend ausgewertet. Totti und ich jeweils zu Hause, Ulle bekennender „Zweierschrittänzer" in der Stadthalle zu Wriezen. Ließ aber aus welchen Gründen auch immer, offen wie lange und wo er überhaupt geschlafen hatte.
Mit 8 Minuten Verspätung kam der Initiator dieser Runde dann angerauscht. Schubi war jetzt auch da, na prima. Die nächsten 2 Minuten verbrachte man damit die Route festzulegen. Schon an 2 von den 4 anwesenden Gesichtern konnte man den Respekt vor Mutter, Schwiegermutter und dergleichen erkennen. Aber angesichts des Datums konnte man das verstehen.
Also blieb nur eine Kurzstrecke Richtung Baasee. Nicht lange gefackelt und langsam rollten wir Richtung Stadtsee. Bekannte Wege im nebligen Grau teils mit durch feuchteten Zuckersand andere Stellen ziemlich schmierig ließen wir in Richtung Baasee hinter uns. Während der Fahrt kam man in das Gespräch über neu angebaute oder bald benötigte Fahrradteile. So kam man auch auf den Fahrradhändler unseres Vertrauens (Achtung Schleichwerbung, www.rad-freienwalde.de ).
Dort arbeitet Ivo. Ivo „ist gesprungert". Ja was hier gesprungert?
Ja das heißt, Ivo gehört der Fraktion der „Doofenhiller" oder „Viehreiter" an (hab eben im Duden nachgeschaut, heißt ja Downhiller,Freerider sorry). Lange Rede kurzer Sinn, Ivo und seine Kumpels bauen sich zurzeit eine brachiale Abfahrtstrecke im Freienwalder Forst. Neugierig fuhren wir dorthin um sie zu besichtigen. Schon von der Strasse sah man sie. Mein sachkundiges Auge sah perfekt angelegte Steilkurven, Rampen und Schanzen. Alles ordnungsgemäß mit hölzernem Untergrund und aufgeschütteten Sand darüber. Diesen Parkour hatten sich also Ivo und Kumpels geschaffen? Ich staunte nicht schlecht weil ich an Ivo's zarte Hände beim schrauben an meinen Tune-Laufrädern im Laden dachte und mir gar nicht vorstellen konnte, das er eine Schippe überhaupt anheben könnte. Und sie hatten etliche Kubikmeter bewegt. 2 liegen gelassene Schippen luden auch zum buddeln und perfektionieren der Strecke ein. Diese ignorierten wir aber.
Ich dachte ehrfürchtig: wer fährt denn da runter?? Aber meine Mitstreiter, am 2. Weihnachtsfeiertag todesmutig auf Ihren edlen Rössern, wollten es wissen. Ich musste mit. Nachdem ich auf dieser Strecke unfreiwillig einen „Back flick flack fluck" (kann mal einer sagen wie es richtig heißt??)veranstaltete, vermisste ich genau in diesem Moment mein Rennrad und dachte an schöne asphaltierte Strassen. Unten, im Tal hörte ich Ulle lachen. Er meinte ich hätte schneller fahren müssen dann hätte ich mir diesen unfreiwilligen genialen Sprung gespart. Sehr geistreich. Ulle stand an einer waagemutig gebauten Schanze mit einem 3 Meter langen Anlauf aus einem gespaltenen Eichenstamm. Nie im Leben würde ich darüber springen. Zum Glück waren wir in Zeitnot und wir trollten uns von der Strecke. Schnell zum Teufelsee und dann zum „Thüringer Blick"
Schon wieder in Richtung Bad Freienwalde schlug bei Schubi die Defekthexe zu. Der obligatorische „Platten" der zu jeder MTB-Tour dazugehört sozusagen der „Sensenmann des Fahrradsports" hatte uns gepackt. Da Schubi schon lange kein Rad mehr gefahren war und somit die Handgriffe des Schlauchwechselns nicht mehr so richtig beherrscht, folgte er meinen klaren Anweisungen. Als ich die Oma, die an uns vorbeilief nach Reifenhebern fragte, verneinte sie lachend. Ich fand das gar nicht lustig, was haben die denn sonst in Ihrer Handtasche????
Mit vereinten Kräften, wurde der Schlauch, der sich dann schwerer rausstellte wie der Reifen, aus dem Felgenbett gezogen. Ulle gab zu Bedenken das sich bei diesem Schlauch ein Reifen normalerweise erübrigt. Da der Schlauch aber profillos war konnte ich Schubi verstehen. Fährt sich doch Scheiße (Entschuldigung). Totti schleppte das Ungetüm in Manier eines Tour de France Teilnehmers aus dem Jahre 1922 mit nach Hause.
Nach seinen Verlautbarungen will er den Schlauch bei „Trecker-Neumann" noch mal vulkanisieren lassen. Glücklich, etwas zu spät, kamen wir zu Hause an.
Bilder in der Fotogalerie. Die Abfahrtsstrecke wurde nicht fotografiert da ich Angst vor Diebstahl an den liegen gelassenen Schippen habe!