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"Sommerloch"
Rückblick eines Hobbysportlers auf den EBM 2007
„Sommerloch" und EBM das passt nicht zusammen. Diese grausame Erfahrung bekam der Verfasser dieses Berichtes am eigenen Leibe zu spüren.
Juli 2007 der Erz- Gebirgs- Marathon nahte und genau jetzt fuhr Totti in den Urlaub. Kein Grund mit dem Training aufzuhören dachte ich und fuhr mit Kumpel Möller ein paar Kanten. Aber dann schönes Wetter, keiner da der einen trieb, juch hu Beine hoch und abgekeimt.
Ein kurzes Zucken ging durch meinen Körper beim Blick auf den Terminkalender. Nächste Woche ist EBM!!!!!!!!! Ups das Sommerloch war zwar nicht so lang wie das im Jahr 2006, aber es reichte.
Sonnabend Morgen um 8.00 Uhr. Ich stand etwas missmutig auf dem Hof von Totti, den Treffpunkt unserer Abreise. Da kam Stifty angerauscht, unser Fahrer. Riss die Fahrertür auf, ja welche sonst und sagte zu mir: Mensch Schmalle, habe mir mal die Zeiten rausgesucht von 2005, du warst ja ne Stunde langsamer wie die anderen. Mir klappte die Kinnlade runter, Totti muss das gesehen haben, berichtigte Stifty, nee das waren nur 40 Minuten. Ich dachte na toll, Sommerloch die anderen fit wie die Turnschuhe, kann ja heiter werden.
Die Fahrt ging los, gute Stimmung im Bus. Ich kaute immer noch an der „Stunde". Rast auf der Autobahn, alle stiegen aus, ich blieb sitzen. Stifty der den Bus verriegeln wollte schaute mich ungläubig an. Ich sagte: komme ne Stunde später, das hatte gesessen.
In Seiffen angekommen akkredetiert und dann ins Hotel. Dort saßen schon welche auf dem Parkplatz und schraubten eifrig ihre Räder zusammen. Sahen ganz schön überkandidelt aus. Umgezogen und ne Runde gedreht. Au Backe erst mal die Einführungsrunde na ja kennt man ja schon. Am Wurzeltrail hatten Sie geschottert gar nicht so schlecht. Aber was sich bemerkbar machte ohne Schlamm war die Strecke unwahrscheinlich schnell. Und das knallte in den Armen, die Wurzeln und das große Gestein.
Am Abend ließen wir es uns im „Holzwurm" gut gehen und man erzählte sich schöne Anekdoten aus der erlebten Mountainbikezeit, dass Hefeweizen schmeckte. Danach schnell ein Abstecher zur Pastaparty die so richtig im Gange war mit ca.: 50 Leuten. Nachdem ich eine Frau fragte ob das Ihre Töchter seien die unmittelbar neben Ihr standen, liess Sie mich nicht mehr aus den Augen. Suchte permanent meine Nähe. Auch als ich mich bei der Vorführung des EBM Videos vom Vorjahr im dunklen versteckte, kam sie hinter Stifty und Stefan hinterher, im Bewusstsein den "verlorenen", mit diesen beiden Herren wieder zu sehen.
„Sommerloch" und „Gummibeine" gingen nun gar nicht.
Wir verließen die Veranstaltung als uns noch einer auffiel der unter seinen normalen kurzen Hosen gelbe „Assosbeinlinge" und untern Hemd „Assosarmlinge" angezogen hatte und sich damit ziemlich cool vorkam.
Oh Gott dachte ich, was für ein Schauspieler.
Die Nacht war viel zu kurz.
Frühstück. Ich kam in den Speiseraum unseres Hotels, was sah ich???? Die Typen von gestern!! Da saßen Sie geschniegelt und gebügelt aßen bergeweise Müsli und einer gab gönnerhaft Tipps. Ich meine es waren noch 1,5 Stunden bis zum Start?? Da muss ich schon mit voller Montour im Hotel sitzen und mit den „Cleats" der Radschuhe über die Fliesen schlurfen???. Mann schämt sich ja für diese ausstaffierten Möchtegern EBM Helden. Sichtlich angewidert von Diesem „sportlichen, uneinholbaren Ehrgeiz" kaute ich an meinen, im Mund immer mehr werdenden, Brötchen. Als Sie dann den Fliesenboden beim rausschlurfen den Rest gaben(Der Fliesenleger kam Montag), schmeckte mir auch das Frühstück und ich pfiff mir noch ein paar Tassen Kaffee hinter, gepaart mit leckeren Kuchen.
Die Zeit wurde knapp. Ab in den Startblock. Komischerweise verzog ich sonst vor Wettkämpfen stundenlang überhaupt keine Miene mehr, niemand brauchte mich ansprechen. Diesmal war es mir egal. Musste den EBM ja sowieso aus der „kalten" Fahren.Startschuss, es ging los. Da war es wieder, dieses geile Gefühl mit über tausend Gleichgesinnten loszufahren unter dem Beifall und Johlen der Einheimischen und den Angehörigen der Starter.
Einführungsrunde jetzt ging's los, ich kannte die Stelle, die Kurve rum und dann bergauf. Ich schaltete und dann treten, treten, treten,. Stifty kam am Berg an mir vorbei und rief „Maatttthiaas" ich schaute auf sein Ritzelpaket. Er fuhr 2 Gänge schwerer aber mit der gleichen Trittfrequenz wie ich. Hängte sich in den Windschatten einer sehr attraktiven Dame und fuhr pfeifend hinterher. Hätte ich auch gern gemacht aber meine Beine gaben das nicht her. Dann kam auch noch, ich traute meinen Augen nicht, der „kanarien gelb geschmückte Assosmann". Und plapperte noch ganz locker am Berg mit jemanden. Alle Achtung der ist ja fit, dachte ich, Anerkennensweise.
Dann ging es bald in den Wald und ich kämpfte mich mit vielen anderen durch das bergige Land. Die erste Runde vorbei, nur noch „Alp de Wettin" wartete auf mich. Dachte schön locker mal so 100 Meter im Wiegetritt. "Scheiße Krämpfe", ganz schnell wieder hinsetzen, aber ganz schnell und dann ganz langsam hoch da, aber ganz langsam. Mist, man jetzt biste schon nach einer Runde platt. Ich kotzte ab.
Ok. wusste aber aus Erfahrung zweite Runde geht immer besser. Als ich bei 2.Stunden auf die zweite Runde ging dachte ich noch an eine Zeit von 3.30 h. Langsam erhöhte ich die Schlagzahl und auch nur vielleicht eine handvoll waren schneller als ich. Die Spreu trennte sich langsam vom Weizen. Sah viele Gesichter, denen man ansah, sie hatten „überdreht". Vor mir erblickte ich, ein in die Augen stechendes, Gelb. Was ist das denn für ein Idiot dachte ich. Wer fährt denn bei 30 Grad mit Armlingen und Beinlingen???? Na alles klar der „Assosmann" von gestern Abend. Hatte sich selbst schön aus den Schuhen gefahren. Mit Genugtuung fuhr ich an Ihm vorbei. Vermeidete schweres Atmen, schaltete in dem Moment an dem ich genau auf seiner Höhe war 2 Gänge runter und fuhr von dannen. Es tat sehr, sehr,sehr weh!! Aber ich musste noch aushalten. 150 Meter bis zur Spitzkehre. Da konnte er mich nicht mehr sehen. Hinter der Spitzkehre klackte es nur noch, die Kette fiel vorn auf den „Nachhausebringer". Ich war ziemlich platt aber mit mir zufrieden.
Der Wurzelhang das zweite mal. Vor mir ne Frau, fuhr Scheiße, ich dachte man was macht die denn, da spürte ich schon dieses herrliche Gefühl, den Boden unter den Rädern zu verlieren und kopfüber den Hang hinunter. Ich landete einigermaßen sanft sah meinen Fahrrad über mich kommen hob den rechten Arm fing es am Oberrohr auf. Genial gemacht, stand schnell auf, bloß weg hier. Hoffe nur das ich auf der 2007er EBM DVD bin!!!! Ein Zuschauer fragte: alles in Ordnung??? Scheiße ich stand da, vermochte durch einen Krampf nicht sofort loszulaufen. Ich nickte, alles in Ordnung und humpelte schnell den Rest, den ich nicht schaffte zu fliegen, hinunter.
Ich war stolz auf meine „Assos" Hose die nun schon viele Stürze mitgemacht hatte aber nirgends aufriss. Muss mal den Hersteller gratulieren,aber jetzt war keine Zeit dafür.
Über die Strasse zu meinem Lieblingsberg, asphaltiert, gute Steigung nicht zu steil, das war mein Berg!! Aber ich kam nicht richtig durch, fette Leiber in Radsportklammotten gezwängt gierten an der Verpflegungsstation nach essbaren. Einen hörte ich jammern: He warum gibt es keine Bananen?? Ich schrie Ihn an: dann renn doch zu Aldi, Du Idiot. Schlängelte mich unter laut ausgesprochenen, den anderen fressgierigen Radproleten zugedachten Flüchen, durch die fressende Meute. Jetzt schnell hoch hier, wie gehabt. Einer nach dem anderen ließ ich hinter mir. Am Berg zur Crosstrecke überholte mich der führende der Hundert Kilometer Runde(Er war auf der dritten Runde!!). Ach ja so langsam ist man!!! Schön!! Dachte ich über meine Leistung. Oben am Skilift lag jemand auf dem Rasen, total überdreht, und keuchte nur noch.
Ich war der „Größte" !!!! Es war der aus unserem Hotel der so gönnerhaft, einen anderen der den EBM wahrscheinlich zum ersten Male fuhr, „wertvolle" Tipps gegeben hatte. Weiß gar nicht warum der sich , morgens kiloweise Müsli, in seinen jetzt total entkräfteten Körper reingeschlungen hatte. Der hätte lieber mal 5 Hefeweizen, am Vorabend, wie ich trinken sollen Ab jetzt lief alles wie von selbst. Passte höllisch bei den Abfahrten auf nicht noch zu stürzen. Aber die Akkus waren leer. „Alp de Wettin" gaaaanz langsam hoch und dann alles. Die Massen jubelten als ich ins Ziel kam. Na ja ok. Nicht nur bei mir.
Im Ziel stand Stefan, Totti und Stifty und johlten mir zu. Ich schrie, jetzt sag aber nicht das Du ne Stunde schneller warst. Stifty lachte, ne viertel Stunde, super Schmalle.
Ja als ich 2 Tage später las das ich in meiner Altersklasse 14 er geworden bin und mich um einen Rang gegenüber 2005 verbessert hatte, war ich schon wieder angefressen von meinen „Sommerloch", was ich mir selber angetan hatte..
Bei kontinuirlichen Training wäre vielleicht eine Platzierung unter den Top Ten möglich gewesen.
Nächstes Jahr wird alles besser. Muss nur mit Tottis Vater reden das der keinen Urlaub vor dem EBM bekommt. Das kriege ich beim nächsten Geburtstag hin, versprochen!!!!!!
Aber wenn ich es mir richtig überlege, dann muss ich ja auch früh morgens kiloweise Müsli essen und wo das hinführt habt Ihr ja gelesen...................
Bilder in der Galerie zum Wettkampfbericht